Vereinsbericht 2008


Protokoll Mitgliederversammlung Fercher von Steinwand e.V., 05. April 2008

Anwesend: Ines Müller, Johannes Loriz, Ulrike Reisiger, Rolf Reisiger, Hansjörg Glauner, Agata Chmielewska, Alexander Reisiger, Nicole Timm
Entschuldigt:, Klaus Braunmiller, Birgit Tontsch, Marcel Beinroth
Protokoll: Ulrike Reisiger

Vorlage der Kassenberichte und Bilanzen TOP 1

Die Kassenberichte und Bilanzen 2006 und 2007 wurden von Nicole Timm vorgelegt und erläutert.
Die jährlichen Beitragszahlungen betrugen im Jahr 2007 Euro 635.--. Die von der Kooperative Dürnau Graphischer Betrieb GmbH & Co KG an den Verein abgeführten Kulturprozente betragen durchschnittlich Euro 3000.-- im Jahr.
Die GLS Treuhand hat dem Verein die Restschuld in Höhe von Euro 24.000,-- auf zwei Darlehen erlassen, wofür wir uns ganz herzlich bedanken!

Berichte aus den Tätigkeitsfeldern des Vereins TOP 2

Völkerverständigung und Internationale Jugendarbeit von Ulrike Reisiger

Die Workcamps konnten wir in den vergangenen beiden Jahren hinsichtlich der inhaltlichen Gestaltung und einer ausgewogenen Vertretung der verschiedenen Nationen schön entwickeln. Die mehr als 2100 Übernachtungen während der drei Sommermonate waren gerade eben in unserem ehemaligen "Gasthaus Kreuz" noch zu bewältigen. Herbst und Winter allerdings haben nun weitere Schäden an dem ohnehin hinfälligen Gebäude angerichtet und wir werden in diesem Sommer wegen fehlender oder unzulänglicher Unterbringungsmöglichkeiten vor groszen Problemen stehen. Schade ist das auch deshalb, weil schon jetzt viele interessante Anfragen sowohl für die Camps als auch für long-time-stays bei uns eingehen. In unserem "Rotes Haus", das den Gästen zur Verfügung steht, die für einen längeren Zeitraum zu uns kommen, könnte noch ein Raum umgebaut werden, sodasz drei Menschen dort gemütlich Platz fänden. Das Dach musz isoliert und neu gedeckt werden (bisherige Deckung: Eternitplatten), zehn neue Fenster eingebaut und eine Pellets-Heizung installiert werden, da der im Gemeinschaftsraum gebaute Grundofen für die Beheizung des gesamten Hauses nicht hinreichend ist. Geschätzte Kosten insgesamt Euro 20.000,--.

Unseren Sachbericht über die Workcamps haben wir erstmals in Stuttgart der AEJ gegenüber im persönlichen Gespräch darstellen können. Entgegen unserer Befürchtung, sozusagen bei einer "Anhörung" Rede und Antwort stehen zu müssen, haben wir uns herzlich aufgenommen und in unserer Arbeit verstanden gefühlt und möchten uns an dieser Stelle einmal sehr bedanken für die gute, unkomplizierte Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Erstaunt hat uns, dasz Themen wie z.B. "gender mainstream" in der Freiwilligenarbeit überhaupt noch bearbeitet werden müssen. Uns ist daran klar geworden, wie viele Probleme und Fragestellungen, mit denen andere Projekte kämpfen, bei uns gar nicht auftauchen, sondern ein gutes soziales Miteinander wie "organisch" auch für die Gäste aus unserem Lebenszusammenhang erwächst.
Dennis Mutembei hat seine Tischlerlehre im vorletzten Jahr abgeschlossen und ist nach einem groszen Fest und manchen kleinen Tränen wieder nach Kenia zurückgekehrt. Dort versucht er jetzt seine eigene Schreinerei aufzubauen und wir bemühen uns, trotz technischer Tücken und kenianischem Chaos mit Telefon und Computer in Kontakt zu bleiben.

Nachdem wir die Zusammenarbeit mit ICJA eingestellt hatten, und eigentlich uns keinem Freiwilligendienst mehr anschlieszen wollten, haben wir im letzten Jahr dann doch mit unseren langjährigen Geschäftspartnern in Druck und Vertrieb, den "Freunden der Erziehungskunst", einen neuen Versuch gewagt. Dadurch kam Kiko aus der Favela Monte Azul für ein Jahr zu uns und Maksym aus der Ukraine.
Neu ist auszerdem der Kontakt zu einem Migrantenprojekt in unserem Landkreis. Ob und was daraus erwachsen kann, werden wir sehen.
Keith, ein Geowissenschaftler aus Amerika, der einige Monate mit und bei uns verbracht hat, war so freundlich, unsere website in's Englische zu übersetzen. Rolf hat das Ganze überarbeitet und hochgeladen und nun können endlich auch Interessierte, die kein Deutsch verstehen, sich über unsere Arbeit informieren. Herzlichen Dank.
Kurz angerissen wurde die Frage, ob wir auch als Versendeorganisation uns einarbeiten und auftreten wollen. Die Nachbarn im Osten zu unterstützen, da wo wirklich Not ist, wird einmütig als einzig sinnvolles Engagement in Bezug auf einen von uns organisierten Freiwilligendienst angesehen. Ulrike will darüber nachdenken und sich einmal mit Frau Rutishauser in Verbindung setzen.

Bildung und Ausbildung von Rolf Reisiger

Ein derzeit laufendes Projekt mit festem Rahmen ist in diesem Bereich die "Charmeschule". Hier arbeitet Rolf Reisiger seit dem letzten Herbst zweimal im Monat in den Räumen der Bergischen VHS in Wuppertal. Schön wäre, die Inhalte der Charmeschule auch hier vor Ort zu pflegen und publik zu machen. Ob das im oberschwäbischen Umfeld gelingen kann und welcher Rahmen dazu gebraucht würde, wird kurz angesprochen und könnte weiter durchdacht werden.
Seit Juni 2007 hat ein 17-jähriger aus Norddeutschland Aufnahme gefunden. Er wird bei seinen Alltags- und Schulsorgen begleitet und strebt eine Ausbildung in der Schreinerei der Kooperative Dürnau an.
Bei den Bildungsansprüchen der Gäste ist ein Wandel zu bemerken, der die Vereinsmitglieder vor neue Aufgaben stellt. Eigene Projekte für die Gäste, die länger bleiben möchten, könnten aufbereitet und den Gästen an die Hand gegeben werden. Die Möglichkeiten zu mehr formalisierter Bildung sollen einmal durchleuchtet werden, wobei auch hier die Bausorgen wieder in den Vordergrund rücken, denn entsprechende Räumlichkeiten für Seminare sind dazu nötig.

Landwirtschaft von Johannes Loriz

Durch die Flurbereinigung hatten wir das grosze Glück, an unseren ersten Acker zu gelangen. Zur Entgiftung und Umstellung des Bodens wurde erst einmal eine Klee-Gras-Mischung für drei Jahre eingesät, sodasz dann ab 2009 Getreide und Feldfrüchte angebaut werden können. Johannes arbeitet darauf hin, dasz der Kleeacker und die Wiesen hauptsächlich mit der Sense gemäht werden. Eine Adressliste von interessierten "Hobby-Sensern" aus dem Umfeld ist schon angelegt. Der einige Monate eher verzweifelte Kampf gegen die Wühlmäuse auf unseren Wiesen, die anscheinend besonders gerne die Wurzeln der frisch angepflanzten Heckensträucher fressen, beginnt nun doch Erfolg zu zeigen. Glücklicherweise gibt es einen erfahrenen Mäusejäger im Dorf, der uns das richtige Aufstellen der Fallen einmal vormachen konnte.
Die Anzahl der Schafe soll künftig auf zehn begrenzt werden.
Leider hat der vergangene Winter, obwohl recht milde, sämtliche unserer Bienenvölker dahingerafft. Jetzt warten wir auf Schwarmvölker.
In diesem Jahr sind 3 Kälbchen in unserer Hinterwälderherde geboren worden, sodasz sich nun drei Milchkühe, ein Ochse, ein Jungbulle, ein Rind, zwei Kuhkälbchen und ein Bullenkälbchen auf der Wiese tummeln.
Der neu angelegte Gemüsegarten entwickelt sich prächtig. Wir hatten im letzten Herbst den gröszten Sellerie im ganzen Dorf (das musz ja auch mal festgehalten werden), die Rote Beete-Ernte war üppig, sodasz wir, auch schon im Hinblick auf die kommenden workcamps, viele Gläser sauer einlegen konnten und wir sind zuversichtlich, in diesem Jahr die Garten-Anbaufläche verdoppeln zu können. Intensiviert werden solll die inhaltliche Gartenplanung mit besserer Berücksichtigung von Fruchtfolge jund dergleichen mehr.

Entlastung des Vorstandes TOP 3

Der Vorstand wurde ohne Gegenstimme entlastet.

Sonstiges TOP 4

Das Thema "fundraising" geistert schon seit längerem in den Köpfen einiger Mitglieder. Mit Beitragszahlungen in Höhe von Euro 635.-- jährlich kann der Verein keines der anstehenden Projekte verwirklichen. Beispielhaft wird die Sanierung der Fischteiche einmal durchgesprochen wobei klar wird, dasz wir nicht nur an der Mittelbeschaffung für Baumaterial etc., sondern auch an der Ausbildung und Qualifizierung unserer Gäste, die einen längeren Zeitraum bei uns leben, arbeiten müssen, wofür eben auch Mittel gebraucht werden. Bei unserer personellen Besetzung wird es schwierig, gleichzeitig fundraising zu betreiben und Beton an die richtige Stelle zu schaufeln. Für letzteres wäre so etwas wie ein "Gäste-Chef" vonnöten, der schon in der Planung mitarbeitet und dann auch die ausführenden Helfer begleiten kann. Die Überlegungen zu fundraising und den implizierten Fragestellungen sind zu umfangreich für die diese Versammlung und sollen in weiteren Gesprächen fortgesetzt werden. Angesprochen wird auch noch einmal die Mitgliederwerbung, die ohne jeden Aufwand von jedem und jederzeit betrieben werden könnte. Viele der Menschen, die uns aus den unterschiedlichsten Gründen besuchen oder sich aus der Ferne für uns interessieren, sind ganz sicher nicht abgeneigt, die Vereinsarbeit durch fördernde Mitgliedschaft zu unterstützen. Wir dürfen nur nicht immer wieder vergessen, sie darauf anzusprechen!

Mitgliederveränderungen TOP 5

Agata Chmielewska wurde als neues Vereinsmitglied einmütig angenommen.
Hanjörg Glauner wird als aktives und förderndes Vereinsmitglied einmütig angenommen.