| Sommer-Workcamp 2007 | |
| Im Sommer fuhr ich, Olga aus Russland, nach Deutschland. Mir gefällt deutsch sehr und ich wollte meine Kenntnisse nach der Schule nicht verlieren. Meine Deutschlehrerin erzählte mir über Workcamps…und so kam ich nach Dürnau! Das Interessanteste ist die Internationalität der Workcamps. Hierher kommen Leute aus verschiedenen Ländern: aus Frankreich, Brasilien, Russland, Tschechien, Deutschland natürlich und andere, um die Sprache zu verbessern, fremde Kulturen, anderes Arbeiten kennenzulernen und mit unbekannten Menschen zu verkehren. Für mich war es sehr, sehr spannend, weil die Menschen aus den verschiedenen Staaten ihre Besonderheiten des Charakters und des Verhaltens haben. Alles war so ungewöhnlich: Leute, Namen, sogar das Essen… Es war auch sehr wichtig, Deutsch zu sprechen und Deutsch zu hören. Alle Teilnehmer in meinem camp sprachen schon sehr fliessend Deutsch, das war sehr gut für mich… aber zuerst musste ich mich zwei Tage eingewöhnen und verstand gar nichts! Dann mit Deutsch war alles ok. Die Unterbringung während des Aufenthaltes ist sehr gut. Der Kooperative gehören einige Häuser, wo jeder Gast sein gemütliches und bequemes Zimmer hat. Alle Workcamper sollten fünf Tage pro Woche arbeiten. In der ersten Woche arbeiteten wir auf dem Bau: verputzten, Wände glätten, ein Dach machen…das war nicht besonders schwer, aber sehr interessant und lustig. Jeden Morgen fuhren wir aufs Land um Kühe und Schafe zu füttern, die Jungen haben die Kühe gemolken. Auch hatten wir Arbeit im Garten, in der Druckerei manchmal, verschiedene Arbeit auf der Landwirtschaft und natürlich in der Küche! Die Wochenenden waren immer frei. Wenn es Freizeit gab, konnten wir mit dem Rad fahren, Internet benutzen, Musik hören und so weiter. Es gibt auch ein Jugendzentrum in Dürnau, wo alle Jugendliche sich treffen, etwas beraten oder einfach eine gute Zeit verbringen können! Am einem Wochenende sind alle workcampler und alle aus der Kooperative gemeinsam nach Kempten gefahren um dort die Waldorfschule zu besuchen. Da hatten wir zuerst eine interessante Exkursion über das ganze Gelände und dann sahen wir ein Theaterstück nach Schiller, das von den Schülern gespielt wurde. Die Vorstellung war sehr gut gemacht: malerische Anzüge, lebendige Musik, Eurythmie. Ein anderes Mal hörten wir ein Konzert mit klassischer Musik mit sehr schönem Operngesang, das war wirklich schön! Einmal besuchten wir ein Sommerfest mit vielen Attraktionen. Wir fuhren zum Federsee und in naheliegende kleine Städte mit dem Fahrrad. Wenn das Wetter passend war, fuhren wir an den See um zu schwimmen. Rolf lud mich ein zu klettern. So hatte ich wunderbare Reisen in die Berge! Zum Schluss, will ich schreiben, dass ich sehr froh war Dürnau zu besuchen. Das war wirklich eine schöne Zeit!! Olga Schutowa |
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| Am 1.6. komme ich nach einer vergleichsweise kurzen Zugfahrt am Bahnhof in Bad Schussenried an. Es regnet und ist kalt und leider muss ich eine Dreiviertelstunde warten bis ich abgeholt werde. Nicht unbedingt der beste Start! Der erste Eindruck wird aber sehr schnell entkräftet, als ich pünktlich zum Abendessen in Dürnau ankomme. Der Empfang ist sehr herzlich, das Essen sehr lecker und ich lerne auch gleich meine 3 sehr netten tschechischen Workcamp-Mitstreiterinnen kennen. Auch unsere Unterkunft überrascht mich, nur wir vier Workcamper leben in einem riesigen alten Gasthof, indem man das heiße Wasser zum Duschen noch mit Feuer heizen muss. Eine interessante und recht lustige Erfahrung! Nach dem ersten Abendessen wird uns gleich eine unserer wesentlichen Aufgaben mitgeteilt, nämlich das Geschirr von mindestens 12 Leuten und 3 Gängen spülen. Aber daran haben wir uns schnell gewöhnt und Teams gebildet, sodass es sich schnell erledigen ließ und sowieso nur jeden 2. Tag fällig war. Ansonsten hatten wir noch die Möglichkeit in der Früh mit aufs Land zu fahren und dort zu lernen wie man Kühe mit der Hand melkt oder zu sensen. Aus der Milch haben wir dann Sahne und Butter selbst gemacht. Außerdem haben wir noch Brot backen und einiges über Bienen und Honig gelernt. Andere Arbeiten waren Holz stapeln, Mauern für Gartenbeete bauen, Rasen mähen, Unkraut jähten usw. Diese körperliche Arbeit war für uns sehr ungewohnt und deswegen teilweise ziemlich anstrengend und hart. Zwischendurch haben wir uns alle gefragt, warum wir das hier eigentlich machen. Aber wir haben uns daran gewöhnt und waren am Ende sehr stolz, als wir das Ergebnis unserer Mühen gesehen haben. Außerdem gab es immer genug Pausen und viel Spaß bei der Arbeit, wie zum Beispiel ein Bad im Fischteich. Bei schlechtem Wetter, haben wir dann meistens in der Druckerei geholfen und dort Papier gefaltet, oder im Lager gearbeitet. Aber schlechtes Wetter hatten wir dankbarerweise wenig. An den Wochenenden haben wir dann viele schöne Ausflüge gemacht. So waren wir am Federsee und im zugehörigen Museum, das über die dortige Siedlungsgeschichte informiert. Wir haben einen Ausflug in ein Freilichtmuseum, nach Ulm und an den Bodensee gemacht. Dort sind wir erst auf einen Berg gefahren und man hatte eine herrliche Sicht auf den ganzen See und das Umland, dann waren wir noch in Lindau und anschließend beim Tretboot fahren. Das war ein super Ausflug! Wenn wir abends nicht todmüde ins Bett gefallen sind, waren wir manchmal im Jugendzentrum in Dürnau, oder einmal auf einer öffentlichen Party, bei der wir viel getanzt haben. Außerdem habe ich eine Überraschungsfeier zu meinem Geburtstag bekommen. Das war einer meiner besten Geburtstage überhaupt! Insgesamt kann ich also nur sagen, dass es eine sehr schöne Zeit war, die viel zu schnell vergangen ist. Ich habe tolle Menschen kennengelernt, und neue Freunde gefunden. Ich hab viele neue Erfahrungen sammeln können und einiges ( auch über mich selbst ) gelernt. Ich kann wirklich nur jedem empfehlen ein Workcamp mitzumachen!!! Steffi Kreppel |
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| Über den Gastgeber, die Kooperative Dürnau, schreibt Laura aus Deutschland: Die Arbeiten sind nicht das Wesentliche, was in meiner Erinnerung geblieben ist. Vielmehr ist es das Leben in einer so großen Gemeinschaft. - Mich hat es beeindruckt, wie jeder seinen Aufgaben nachgeht und sich mit den anderen koordiniert (mir fällt es schon schwer, mein eigenes Leben zu sortieren, doch die Vorstellung, es mit so vielen anderen Personen abstimmen zu müssen, finde ich beinahe erschreckend). Ebenso in guter Erinnerung sind mir die Unterhaltungen geblieben: Ich habe selten Leute getroffen, die einen so starken Hang zu ernsthaften, tiefsinnigen und auch intensiven Gesprächen haben und ich schätze solche Gespräche sehr. Mit den Unterhaltungen verbunden sind natürlich die gemeinsamen Mahlzeiten. Ich schätze, das hat hier nicht allzu viel verloren, aber ich möchte trotzdem das wundervolle Essen loben! (Ich glaube nicht, dass ich mir so viel Mühe mit der Zubereitung geben würde, wenn ich dafür so wenig Anerkennung bekäme - vielleicht bin ich so aufwendige Mahlzeiten einfach nicht gewohnt, aber ich fand sie toll!) Nun, insgesamt habe ich nicht so viel Neues gelernt, wie ich es ursprünglich erhofft hatte, denoch war es eine schöne Zeit und ich denke gerne daran zurück, da ich es einfach spannend finde, neue Menschen und Ansichten kennenzulernen. Und zudem denke ich, dass ich durch meinen Aufenthalt bei euch wieder ein Stück auf meinem Weg in Richtung Selbständigkeit weitergekommen bin. Alles in allem war es also eine richtig gute Erfahrung und ich möchte euch hiermit für meine Zeit bei euch danken! Laura Lindner |