Sommer-Workcamp 2005


Mein Abenteuer mit diesem Workcamp begann noch vor der Anreise in Dürnau, und zwar während der Fahrt dahin. Ich bin aus Polen, also nicht weit von Deutschland aber wegen schlechter Verbindung (z.B. 5-Stundenpause in Warschau) sollte meine Fahrt 18 Stunden dauern aber sie dauerte noch länger und zwar über 28 Stunden. Das ist mein erster Aufenthalt in Deutschland und sofort begann er so ungewöhnlich. Als ich schon dem Ziel nahe war, verschlief ich den richtigen Bahnhof und dann übernachtete ich im Raum mit dem Geldautomat und mit zwei Türken. Das war wirklich ein tolles Erlebnis, meine erste Nacht in Deutschland: Unterhaltung mit Türken beim Geldautomat. Später erfuhr ich, dass die Japanerin eine noch komischere Fahrt hatten: vom Frankfurter Flughafen statt in Dürnau sind sie in Schweiz angekommen.
Endlich bin ich in Dürnau angekommen. Alles, was ich hier erfahren habe, könnte man in diesem kurzen Bericht nicht beschreiben. Es gibt in diesem Workcamp viele interessante Sachen, die man machen kann; verschiedene Beschäftigungen und viele Möglichkeiten Freizeit entspannend zu verbringen. Also fange ich mit dem Angenehmen an, mit der Freizeit:


An den Wochenenden haben wir natürlich frei. Diese Zeit haben wir normalerweise irgendwie organisiert, entweder mit den Leute aus Kooperative oder von uns selbst. Meine beste Erinnerung habe ich an den Ausflug in den Alpen. Wir sind fast ganzen Tag berggestiegen, haben ein Gipfel ca. 2000m hoch bezwungen und in der Hütte mit fantastischen Aussichten Bier getrunken und Strudel gegessen. Das war echt toll! Manchmal fahren wir in gröszere Städte, wie Stuttgart oder Ulm, um dort etwas zu besichtigen oder an irgendwelche Veranstaltungen teilzunehmen (z.B. in Stuttgart waren wir am Festival der Kultur). Manchmal fahren wir auch zu kleineren Städten, meistens zu den Flohmärkten, die in dieser Umgebung ganz oft stattfinden. An einem Wochenende hatten wir einen groszen Ausflug, der das Schloss Neuschwanstein in Bayern und die Feuerwerke am Bodensee umfasste (ich hatte ständig fünf lachende Japanerinnen um mich herum). Wenn es schönes Wetter ist, machen wir oft Ausflüge mit Fahrrädern in der schönen Umgebung.

Von anderen Aktivitäten, die man ausser Arbeit machen kann, finde ich Filme drehen mit Jan am besten. Jeder kann hier seinen eigenen Film machen, man brauchte nur die Idee. Ich habe, zusammen mit Agata, in einem Film Regie geführt, kurze Rolle gespielt und sogar eine Szene mit der Kamera gedreht. Das machte mir wirklich Spasz. Es war auch sehr lustig, später den fertigen Film zu sehen. Bei Ines in der Druckerei kann man dagegen sein eigenes Buch machen. Das ist wirklich aussergewöhnlich wie man ganzes Buch nur mit Händen herstellen kann und mit selbstmarmoriertem Umschlag. Jedes Buch ist anders aber immer schön.




Über die Arbeit berichtet Martin (Tschechische Republik):
"Es gibt immer viele Arbeit im Workcamp. Jeden Tag ist es so: Wir stehen vor 9 Uhr auf, dann frühstücken wir und unsere Arbeit kann anfangen. Frühstück müssen wir selbst vorbereiten. Ich habe eigentlich nur drei Arbeiten versucht: verputzen, ausmisten und auf dem Land Steine feststellen (für den Gartenweg). Zum Beispiel mit Verputzen hatte ich früher keine Erfahrung aber es ist egal. Mein "Boss" hat mir alles erzählt und dann war alles besser. Niemand von Leute von Kooperative ist böse zu dir wenn du etwas schlecht machst. Ich habe immer gedacht, dass Verputzen nur für Männer ist aber hier ist alles anders. Mädchen können auch verputzen, wenn sie wollen und anderseits können Männer in der Drückerei oder in der Küche helfen. In der Küche verbringt man viel Zeit, besonders Mädchen helfen mit Kochen. Nach dem Essen müssen drei oder vier Leute Geschirr spülen und natürlich die ganze Küche sauber machen. Zu den anderen üblichen Arbeiten gehören z.B. Hilfe in der neuen Schreinerei oder irgendwelche Aufräumarbeiten. Workcampers sind gewöhnlich mit der Arbeit zufrieden und sie macht uns alle Spasz."


Jetzt ist es fast vorbei, es ist Ende August, Sonntag, die Sonne scheint, es ist warm (nette Änderung, wenn ich mich an letzte zwei Herbst-Woche erinnere). Die meisten Leute fahren heute nach Hause ab. Wir sitzen noch am Tisch und uns unterhalten uns. Johannes hört niemals zu scherzen auf, jetzt gibt er Sam (Korea) einige "Lebensratschläge" dieser Art: don't marry the first girl in your life, don't eat hot spicy soup in the morning undsoweiter, total lustig. Der Abschied fällt aber Jedem schwer. Die Leute im Workcamp kommen aus ganzer Welt, sprechen verschiedene Sprachen und sind in der vielfältigen Kulturen erzogen aber trotzdem haben wir uns schnell miteinander befreundet, deshalb ist jetzt schwer Abschied zu nehmen. Vielleicht treffen wir uns noch mal, vielleicht im nächsten Jahr in Dürnau?

Arek Kozlowski