Sommer-Workcamp 2000


Durch Marion Peter - die wir im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Malerin bereits kennen- und schätzengelernt hatten - kam die Anfrage der "Freunde der Nothelfer" zu uns, ob wir in unserem Zusammenhang ein vierwöchiges workcamp mit jungen Menschen aus dem Ausland stattfinden lassen wollen. Wir müssen das wohl positiv entschieden haben, denn mittlerweile stecken wir schon mittendrin - 8 junge Erwachsene im Alter von 18-22 Jahren aus Russland, Polen, Czechien und den USA sind unter zum Teil abenteuerlichen Umständen bei uns angereist, und teilen sich nun den Tag und manchmal auch die Nacht mit uns.

Unser Schreiner hat noch schnell den Esszimmertisch um eineinhalb Meter verlängert; unter Mithilfe von Freunden, Sympathisanten und Angestellten konnten wir Fahrräder, Geschirr, Betten und die vielen, vielen Dinge die eben für eine solche Sache gebraucht werden, zusammensammeln. Zimmer wurden restauriert und wieder bewohnbar gemacht, Kochpläne erstellt, ein Bus ausgeliehen für diverse Touren und manches besorgte Gesicht während der Vorbereitung drückte die Frage aus, ob wir uns da nicht ein bischen viel vorgenommen haben.





Da wir wissen, dass organisierte Freizeitgestaltung nicht gerade zu unseren Stärken zählt, haben wir zu diesem Bereich besonders viele Gedanken und Pläne bewegt, und wenn auch die Wettergöttin ausgerechnet in diesen Wochen ihren Launen nachgehen musste, konnten wir doch schon Einiges unternehmen.



Nach traditionellem Biberacher Schützenfest, Kinoabend, Nachmittag am Baggersee, Kanufahren, Radtour und Klettern im Donautal sowie einigen Besichtigungen im näheren Umkreis, sind nun gerade fast alle in Arosa, lernen die Alpen ein wenig kennen und werden im Anschluss daran das Dornacher Leben anschauen (was den Zurückgebliebenen die Zeit gibt, endlich diesen Rundbrief zu schreiben...).
Leider war es uns nicht möglich, für die beiden Teilnehmer aus Weissrussland eine Einreise in die Schweiz zu erkämpfen, aber wir haben mit dem Besuch des Deutschen Museums in München eine Alternative gefunden, sodass sie nicht traurig zurückbleiben mussten.
Für die ersten beiden Wochen konnten wir Dank Traudi Frischknecht aus Dornach eine dreiviertel Stunde Eurythmie am Morgen einrichten; die "freien" Abende wurden neben dem Ausruhen von der Arbeit zu Spielen, Gesprächen und -ganz beliebt- zum Marmorieren und Buchbinden genutzt. Bei der Arbeit auf der Hausee sorgte der tagelange Regen für ein temporäres Stimmungstief - auch ist für die meisten der Teilnehmer - fast alle studieren - das praktische Zupacken eine ungewohnte Sache, aber wir konnten schon einige wichtige Arbeiten angreifen und bewältigen. So haben wir grosse Mengen Beeren geerntet, Johannis-, Stachel-, Him-, und Kirschenbeeren, und zu Marmelade und Saft verarbeitet. Wir haben das Gelände von herabgefallenen Ästen unserer alten Pappeln befreit um sie später zu häckseln. Wir haben Gras gemäht , die Ställe ausgemistet und Kompost aufgesetzt. Wir haben für die Tiere einen neuen Stall gebaut.
Martin aus Czechien hilft fast jeden Tag beim melken. Die Frauen haben Getreide gemahlen und im Dorfbackhaus unter "urschwäbischer"Anleitung Brot gebacken. Bei schlechtem Wetter wurde an einer Wand gearbeitet die verputzt werden soll; Steine wurden zugesägt und grössere Löcher zugeputzt, die Fenster abgeklebt. Mit Hilfe von Dimitri und Alexeji aus Russland konnten wir in Koblenz günstig alte Pflastersteine ausreissen, die für unsere Gartenwege bestimmt sind. Wir haben einen vom Sturm beschädigten Teil des Hauses auf der Hausee abgetragen und in unserer künftigen Schreinerei auf den "Hennenwiesen" den Boden für ein späteres Betonieren nivelliert und ausgeglichen ...