Sommer-Workcamp 2010





Ich war in dem August Workcamp, und habe insgesamt 5 Wochen in Dürnau gelebt. Mit mir waren Vitek und Lucie aus Tschechien, Jennie aus England, Johann, Nolan und Jack aus den USA, William, Liea und Jessica aus Taiwan, Shoko aus Japan und Elena und Adrian aus Deutschland da. Außerdem waren noch Iavor und Alfredo da, zwei Gäste die schon länger bei der Kooperative sind und gerne zusammen Schach spielen.
In der ersten Woche mussten wir relativ wenig arbeiten, zum einem weil das Wetter nicht so gut war und zum anderen, weil es auch nicht so viel Arbeit gab. So haben wir gleich am Mittwoch eine Fahrradtour zu einem kleinem Berg namens Bussen gemacht. Dadurch lernten wir die Gegend kennen, die wirklich sehr schön ist, und auch uns untereinander. An den anderen Tagen haben wir ausgemistet, Rasen gemäht und beim Kochen geholfen. Am Freitag und am Samstag haben wir Getreide mit den Händen geerntet, das hat sehr viel Spaß gemacht, weil man sich dabei gut unterhalten konnte. Wahrscheinlich haben wir deshalb auch so lange gebraucht!

In der zweiten Woche haben wir wieder Getreide geerntet, diesmal aber mit Sensen und nicht mit der Hand. Wir haben dann die abgeschnittenen Garben zu Bündel zusammengeschnürt und aufgestellt, so dass sie trocknen konnten. Dabei sollte man möglichst lange Kleidung tragen, da sonst Arme und Beine zerkratzen, wie es bei mir der Fall war... ; ) In dieser Woche musste auch eine Kuh geschlachtet werden, weil sie ein kaputtes Bein hatte, und man es nicht operieren konnte. Das war eines der interessantesten Erlebnisse in meinem bisherigen Leben. Ich dachte zuerst, dass es sehr schrecklich wird und dass ich danach bestimmt nie wieder Fleisch essen werde, aber ich fand, und finde es immer noch so, dass es eine sehr wichtige Erfahrung war. Weil ich jetzt zum einen weiß, von welchen Körperteil der Kuh das Stück Fleisch, welches ich grad esse, und zum anderen, mache mir jetzt allgemein mehr Gedanken, über die Nahrung die ich zu mir nehme.



Wir haben außerdem ein sehr lustiges Mörderspiel gespielt, welches dann drei Wochen lang gedauert hat. Dabei ging es darum, einer Person (man hatte vorher Zettel gezogen) einen bestimmten Gegenstand an einem bestimmten Ort zu überreichen und sie dadurch zu „töten“.
Es waren einige Gäste zu Besuch u.A. der Uli aus Berlin mit seiner Hündin Emma, der durch ganz Deutschland gewandert ist um sich verschiedene Gemeinschaften / Kommunen anzuschauen.
Am Wochenende sind wir dann alle zusammen nach Stuttgart auf eine Balkanparty gefahren und haben dort die ganze Nacht getanzt.
In der dritten Woche haben wir einen Ausflug nach Dornach (Schweiz) zum Goetheanum gemacht, sind mit dem Fahrrad zum See gefahren, manche von uns haben einem Freilichtmuseum bei der Feldarbeit geholfen, wir sind nach Kanzach in die Disco GoIn gegangen, haben Rasen gemäht, auf der Baustelle geholfen.... Am Wochenende sind wir dann in die Alpen gefahren um zu wandern.


In der vierten Woche haben wir die Abende mit Abschiedsfeiern verbracht und tagsüber haben wir auf der Baustelle geholfen und im Garten gearbeitet. Wir sind mit dem Fahrrad in der Gegend rumgefahren und sind im Wackelwald rumgehüpft. Wir hatten einen Gast, Stefan, aus einer anderen Gemeinschaft da, der mit dem Fahrrad durch ganz Deutschland geradelt ist. Mit ihm haben wir einmal Joga gemacht und er hat mir, leider nicht so erfolgreich, die Haare geschnitten!
Ich bin dann noch ein paar Tage länger geblieben, so dass ich insgesamt fünf Wochen da war.
In der letzten Woche haben wir am Misthaufen gearbeitet und in der Druckerei Flyer und Briefe eingetütet. Außerdem habe ich einen Handybeutel gestrickt, wofür ich ein Dr. Hauschka Reiseset geschenkt bekommen habe!
Insgesamt war es eine sehr schöne Zeit und ich kann es jedem empfehlen, der gerne neue Menschen kennen lernen möchte, der gerne arbeitet und offen für neue Ideen und Gedanken ist.

Danke liebe Kooperative für diese tolle Zeit!
Johanna